Dem Körper zuhören
- 24. Mai
- 2 Min. Lesezeit

✧ Manchmal braucht ein überfordertes Nervensystem
keine Kontrolle, sondern Verbindung. ✧
Während meines Kundalini-Prozesses gab es Phasen,
in denen sich so viel Energie durch mein System bewegte,
dass ich das Gefühl hatte,
mein Nervensystem komme kaum noch zur Ruhe.
In dieser Zeit habe ich gelernt,
dass mein Körper oft sehr genau wusste,
was er brauchte.
Ich musste ihm nur zuhören.
Eine der hilfreichsten Übungen war für mich
die zentrale Spiralatmung.
Dabei stellte ich mir vor,
durch den Scheitel einzuatmen und
die Energie in Form einer
gegen den Uhrzeigersinn drehenden Spirale
zum Herzen fliessen zu lassen.
Beim Ausatmen drehte sich die Spirale
in die andere Richtung
und floss vom Herzen
durch den Körper in die Erde.
Diese Atmung half mir, mich zu zentrieren.
Die Energie durfte sich bewegen.
Sie durfte abfliessen.
Und ich fühlte mich wieder mit meinem Körper
und der Erde verbunden.
Doch ich bemerkte noch etwas:
Wenn sehr viel Energie im System war,
wollte sie bewegt werden.
Langes Sitzen verstärkte meine Unruhe oft.
Bewegung hingegen brachte Erleichterung.
Spaziergänge.
Arbeit in der Natur.
Heuen.
Tanzen.
Manchmal genügte schon eine kleine Runde draussen,
um mein System wieder in Balance zu bringen.
Mit der Zeit begann ich auch wahrzunehmen,
welche Nahrung mir in solchen Phasen guttat.
Eine meiner liebsten Kombinationen war
eine grosse Dattel mit Erdnussbutter,
etwas Himalayasalz
und einem Stück dunkler Schokolade.
Für mich fühlte sich das an wie Nervennahrung.
Die Süsse der Dattel.
Die Erdung des Salzes.
Die Schwere der Erdnussbutter.
Die Wärme und Herzqualität des Kakaos.
Ob diese Wirkung für andere Menschen dieselbe ist,
weiss ich nicht.
Für mich war sie spürbar.
Mein Körper wurde ruhiger.
Präsenter.
Angekommener.
Auch warmes Wasser mit Zitrone
und etwas Salz am Morgen unterstützte mich.
Es half mir,
nach intensiven Nächten wieder im Körper anzukommen
und den neuen Tag bewusster zu beginnen.
Was ich in dieser Zeit gelernt habe,
war vielleicht die wichtigste Erkenntnis überhaupt:
Nicht jede Herausforderung braucht eine komplizierte Lösung.
Manchmal möchte der Körper einfach gehört werden,
denn er weiss er bereits, was ihm guttut.
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